Podcast veröffentlichen – Wo und wie Podcaster präsent sein sollten

Du hast deinen ersten Podcast fertig. Die Datei ist auf deinem Computer gespeichert und wartet darauf, in die Welt entsandt zu werden. Aber wie geht das eigentlich? Wie kannst du dein Wissen an Mann und Frau bringen?

Mit den richtigen Tools ist das Veröffentlichen eines Podcasts keine große Sache.

Vor der Veröffentlichung stellen sich aber neben der rein technischen noch ein paar andere Fragen, zum Beispiel die der richtigen Plattform.

In dem folgenden Artikel findest du Antworten auf alle Fragen rund um das Veröffentlichen deines Podcasts.

Grundlagen beim Veröffentlichen des Podcasts

Viele Podcaster denken beim Veröffentlichen zuerst an die technischen Anforderungen und die möglichen Plattformen. Bevor du dich für eine Plattform entscheidest und die technischen Details planst, solltest du dir aber über einige Grundlagen im Klaren sein.

Zielgruppe – Wer wird deinen Podcast hören

Wer hört eigentlich Podcasts?

Dieser Frage sind in den letzten Jahren immer wieder Forschungsinstitute nachgegangen. Die größte Untersuchung hat der Marktforscher Facit Research im Auftrag von AS&S Radio durchgeführt. Dazu wurden im Sommer 2017 rund 3.000 Menschen zu ihrem Podcast-Verhalten befragt. Nach dieser Umfrage sind die meisten Podcast-Hörer zwischen 30 und 49 Jahren alt, gefolgt von der Gruppe der 14- bis 29-jährigen.

Eine Studie von Splendid Research aus dem Januar 2018 hat zudem untersucht, welche Themen für Podcast-Hörer besonders interessant sind. Demnach sind Nachrichtenformate die beliebtesten Podcasts, gefolgt von Unterhaltungs- und Musiksendungen.

Ergänzt man die Ergebnisse der Studie mit den offiziellen Podcast-Charts, sind Informationssendungen das mit Abstand beliebteste Format. Acht von zehn Sendungen in den Top 10 fallen in diese Kategorie.

Budget – Welches Ziel verfolgst du mit deinem Podcast

Startest du deinen Podcast als Hobby oder ist er der Beginn deines Firmenimperiums?

Je nach Intention wirst du unterschiedlich viel Geld in diesen Kanal investieren wollen und können. Das gilt für verschiedene Bereiche; von der Technik über das Marketing bis hin zum Hosting.

Um einen Podcast aufzunehmen reicht schon das integrierte Mikro an deinem Smartphone. Nach oben sind den Preisen dann keine Grenzen gesetzt. Mikrofone für mehrere hundert Euro sind bei Podcast-Profis keine Seltenheit.

Auch dein Marketingbudget ist wichtig für deine Ziele. Wenn du möglichst schnell eine hohe Reichweite aufbauen willst, ist ein hohes Werbebudget sinnvoll. Du kannst dann Anzeigen schalten und so auf dein neues Medium aufmerksam machen.

Wenn dein Podcast der Grundstein für dein Business ist, sind zudem die Kennzahlen wichtig. Du willst schließlich wissen, wie viele Leute deinen Podcast hören und wo sie herkommen. Mit einem höheren Budget kannst du einen Hosting-Dienst auswählen, der all diese Statistiken liefert. Bei den günstigen Basis-Paketen sind die Auswertungen in der Regel einfach gehalten.

Falls du nur mit einem kleinen Budget startest, mach dir keine Sorgen. Auch mit wenig Geld kannst du einen erfolgreichen Podcast starten und oftmals schlägt Kreativität Budget. Beim Podcasting gilt jedoch derselbe Grundsatz wie bei anderen Projekten auch: Wenn du viel Geld investierst wird es leichter, schnell eine hohe Reichweite aufzubauen.

Wie viele Podcast Episoden veröffentlichen

Grundsätzlich benötigst du nur eine einzige Folge, um deinen Podcast zu beginnen. Mehr verlangt kein Anbieter von dir. Jetzt fragst du dich natürlich, ob du mehr Episoden haben solltest, um gleich voll durchzustarten.

Diese Frage hat eine ganz einfache Antwort: Jein.

Es gibt einige gute Gründe dafür, mehrere Episoden zum Start hochzuladen und es gibt einige dagegen. Die Gründe dafür basieren häufig auf Mythen, die sich mit der Zeit in den Köpfen der Menschen festgesetzt haben:

Mythos 1: Mehr Episoden führen zu einem besseren Ranking

Das Ranking basiert bei fast allen Plattformen auf der Zahl der Abonnenten. Mehr Episoden führen also nicht automatisch zu einem besseren Ranking. Aber: Mehr Episoden können mehr Keywords bedeuten, was zu mehr Suchtreffern führt. Das wiederum bringt mehr Abonnenten.

Mythos 2: Mit mehr Episoden kommt man in die Rubrik „Neu & Beachtenswert“ bei iTunes

Apple kontrolliert zu 100% wer in dieser Rubrik auftaucht. Du findest dort alte und neue Podcast, welche mit vielen und andere mit nur wenigen Folgen. Die Aufnahme in diese Rubrik ist nicht von der Anzahl deiner Episoden abhängig.

Mythos 3: Mehr Episoden gleich mehr Downloads

Dieser Mythos stimmt nur bedingt, denn die meisten neuen Abonnenten laden sich nur die aktuelle Folge herunter. Mit mehr Episoden gibst du ihnen lediglich die Chance, mehr Folgen zu laden. Ob sie es tun, ist fraglich.

Es gibt aber auch Argumente für die Veröffentlichung von mehreren Episoden direkt zu Beginn:

  • Du zeigst den Zuhörern mehr von deinem Content, was mehr Menschen anziehen kann.
  • Mit vielen Episoden zeigst du, dass du es ernst meinst mit deinem Podcast. Wenn du dich zu deinem Produkt bekennst, tun es auch die Zuhörer.
  • Viele Zuhörer neigen dazu, alle Episoden von einem Podcaster am Stück zu hören – das so genannte Binging. Wenn du viele Folgen hast, kannst du deine Zuhörer so länger an dich binden.

Am Ende ist es dir überlassen, mit wie vielen Episoden du startest. Analog zum Bloggen gilt aber der Tipp, dass du einige Folgen schon im Voraus produziert haben solltest. Selbst wenn du nur eine Folge zum Start veröffentlichst, hast du so Episoden in der Hinterhand, falls du mal in Zeitprobleme oder ein Kreativloch gerätst.

iTunes, Spotify, SoundCloud – auf welchen Plattformen den Podcast veröffentlichen

Die Auswahl an möglichen Plattformen ist riesig. Dabei musst du unterscheiden zwischen den Plattformen, auf denen du hochladen kannst und reinen Podcast-Playern. Letztere bedienen sich meistens bei den großen Plattformen und verbreiten nur deren Inhalt weiter.

Was sind die bekanntesten Podcast Plattformen

Wer an Podcasts denkt, kommt zuerst auf iTunes. Apples Plattform hat sich den Status des Branchenprimus imposant erarbeitet. Es gibt aber noch einige weitere Anbieter am Markt, die für dich als Podcaster interessant und relevant sind.

Deezer

Deezer ist ein Musik-Streaming-Dienst aus Frankreich. Neben derzeit 53 Millionen Musiktiteln kannst du auch Podcasts über die Plattform streamen.

Spotify

Spotify entwickelt sich zum beliebtesten Musik-Streaming-Dienst auf dem Markt. Selbstverständlich gehören auch Podcasts zum Angebot. Das Hochladen eines eigenen Podcasts war bisher aber mit hohen Hürden verbunden. Wer nicht über einen bekannten Host oder über eine Agentur vertreten war, hatte praktisch keine Chance, von der Plattform aufgenommen zu werden. Das hat sich mit Spotify for Podcasters geändert. Hier benötigst du nur einen (kostenlosen) Spotify-Account und einen Podcast-RSS-Feed, um deinen Podcast hochzuladen. Das Programm befindet sich aktuell in der Beta-Phase.

Stitcher

Im Gegensatz zu den bisher genannten Plattformen konzentriert sich Stitcher nur auf Radio- und Podcast-Dienste. Die Plattform liefert On-Demand-Internetradio, Nachrichten- und Informationsdienste sowie Podcasts aus allen Bereichen.

SoundCloud

Auf SoundCloud können Musiker und Podcaster ihre Stücke hochladen und so für ihre Community bereitstellen. Der Unterschied zu anderen Plattformen liegt in der direkten Austauschmöglichkeit mit der Community und anderen Künstlern.

Acast

Acast wirbt ganz selbstbewusst mit dem Slogan: The Future of Podcasts. Das Hauptgeschäft des schwedischen Unternehmens ist die Vermarktung von Werbeplätzen auf ihrer Plattform. Der Vorteil für Podcaster besteht darin, dass der Upload sehr einfach gestaltet ist und ohne Anmeldung funktioniert. Dafür wird der Podcast mit Werbung ausgespielt.

Bei wie vielen Anbietern sollte man gleichzeitig publishen

Viel hilft viel ist ein gern zitiertes Motto im Alltag. Beim Podcasting stimmt das Credo nur bedingt. Vor der Frage nach der Zahl der Anbieter steht die Frage nach deinen Zielen.

Ist es dein Ziel, möglichst vielen Menschen mit deinem Content zu helfen? Willst du das Maximum an Zuhörern erreichen?

Dann veröffentliche auf allen Plattformen, die dir in die Hände fallen. Mehr Plattformen bringen mehr Reichweite, dieser Satz ist noch immer gültig.

Ist die Spitze der iTunes-Charts dein höchstes Ziel? Willst du bei der Nummer 1 der Podcast-Plattformen ganz oben sein?

In diesem Fall musst du dich auf iTunes konzentrieren und nur dort publishen. Jede andere Plattform versucht, iTunes die Hörer abspenstig zu machen. Wenn ein Hörer deinen Podcast bei Deezer entdeckt, wird er ihn in Zukunft sehr wahrscheinlich auch nur dort hören. Dieser Hörer fehlt dir dann in deiner Statistik bei iTunes.

Auch wenn du alles auf iTunes setzt, solltest du die Android-Nutzer nicht vergessen. Das sind auf dem deutschen Markt immer noch 83% der Smartphone-Besitzer. Mit der Seite Subscribeonandroid kannst du passende Links für alle Android-Nutzer erstellen, auch wenn du nur auf iTunes veröffentlichst.

Technik und Kosten beim Podcast Veröffentlichen

Du hast deine Grundlagen festgelegt und dir einen Überblick über die möglichen Plattformen gemacht. Jetzt geht es ans Veröffentlichen. Dieser Prozess ist bei einem Podcast technisch komplexer als das reine Hochladen eines Blog-Artikels. Entsprechend sind auch die kostenlosen Möglichkeiten stark eingeschränkt und bieten selten den erhofften Mehrwert.

Podcast veröffentlichen kostenlos – geht das?

Wenn du eine kostenfreie Lösung anstrebst, bleibt dir nur das Hochladen deines Podcasts als Audio-Datei auf deiner eigenen Seite. Mit WordPress benötigst du dafür kein Plugin, du lädst die Datei als Medium hoch und der Besucher kann sie dann abspielen. Das ist allerdings nur für Seiten interessant, die eine hohe Reichweite haben. Ansonsten bleiben deine Worte leider ungehört, weil ihnen schlicht die Möglichkeit zur Verbreitung fehlt. Sinnvoller ist es deshalb, etwas Geld in die Hand zu nehmen.

Dabei ist zu beachten, dass das Hochladen bei fast allen Anbietern (z. B. Acast, Spotify for Podcasters, Deezer) kostenlos ist. Gebühren fallen nur für das Hosten der Dateien an.

Podcast Hosting notwendig?

Dein Podcast benötigt eine technische Heimat. Das kann leider nicht dein eigener Computer sein.

Bei einem Hoster sind alle deine Dateien gespeichert, von dort aus bespielst du die diversen Plattformen. Dafür wird jeder Episode ein RSS-Feed zugewiesen, den du auf der jeweiligen Plattform angibst.

Die verschiedenen Hoster unterscheiden sich in der Handhabung, den angebotenen Features und natürlich im Preis. Folgend findest du eine Auswahl von vier Hostern.

Libsyn

Gefühlt jeder englischsprachige Podcast ist bei Libsyn gehostet. Die Amerikaner überzeugen mit vielen Funktionen und Statistik-Möglichkeiten. Das Hosting beginnt hier bei 5 Euro pro Monat pro Podcast. Dafür ist der Service sehr gut. Wer viele Podcasts parallel laufen hat, wird hier auf Dauer aber auch viel Geld lassen.

Podcast.de

Ein sehr guter, deutscher Anbieter ist Podcast.de. Hier hast du die Möglichkeit einer kostenlosen Testphase. Im Anschluss beginnen die Kosten bei 1 Euro pro Monat, je nach Speicherplatz und Funktionen.

Chimpify

Chimpify ist ebenfalls ein deutscher Anbieter. Entstanden aus dem Affenblog von Vladislav Melnik ist Chimpify eine Marketing-Software, die eine All-in-One-Lösung für deine Website anbietet. Dazu zählt auch eine Podcast-Hosting-Funktion. Diese ist in allen Paketen enthalten. Auch hier erhältst du einen kostenlosen Testzeitraum.

Podigee

Auch bei Podigee handelt es sich um einen deutschen Anbieter. Große Marken wie Audi oder Zeit online nutzen den Dienst, der nicht nur ein professionelles Hosting zu angemessenen Preisen anbietet, sondern über Podigee Premium auch gleich eine Möglichkeit bietet, den eigenen Podcast zu monetarisieren.

Was ist ein Podcast Feed?

Ein Podcast Feed ist ein RSS-Feed für deine Audiodateien. Dabei handelt es sich um eine Datei, die alle relevanten Daten zu deinem Podcast speichert. Dazu zählen die Basisdaten wie der Name des Podcasts, die Titel der einzelnen Episoden und die Download-Adresse der fertigen Datei. Zusätzlich kann noch die Nummer des Titels oder der Staffel enthalten sein sowie die Shownotes oder weitere Informationen. Der RSS-Feed ist normiert, damit Suchprogramme ihn finden, auswerten und nutzen können. Den Podcast-RSS-Feed benötigst du zudem, um deinen Podcast auf den gängigen Plattformen hochzuladen.

Wenn dir das bis hierhin zu technisch klingt, mach dir keine Sorgen. Die meisten Hosting-Dienste automatisieren das Erstellen des RSS-Feeds, wenn du die entsprechenden Informationen bereitstellst.

Podcast abonnieren

Wenn dein Podcast online ist, möchtest du, dass ihn möglichst viele Hörer abonnieren. Das garantiert nicht nur, dass sie deinen wertvollen Content regelmäßig erhalten, sondern steigert auch dein Ranking.

Das Abonnieren funktioniert auf allen Kanälen ähnlich. Der Hörer findet deinen Podcast durch die richtigen Keywords, dein Ranking oder auf Empfehlung. Wenn er deinen Podcast aufruft, sieht er meistens direkt neben dem Titelbild den Button „Abonnieren“ oder „Subscribe“. Mit einem Klick abonniert er deinen Podcast, du musst nichts weiter tun. Wenn du jetzt eine neue Folge hochlädst und mit einem sauberen RSS-Feed ausstattest, bekommt sie dein Abonnent direkt angezeigt und kann sich über deine neuen Inhalte freuen.

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