Podcast Transkript – Warum das Audio auch als Text vorhanden sein sollte

Wem ist das nicht auch schon passiert? Man hört seinen Lieblings-Podcast und an der spannendsten Stelle muss man ihn abbrechen, weil man im Büro ankommt oder der Baustellen-Lärm auf der Straße beim entspannten Zuhören stört. Dennoch möchte man gerne wissen, wie es weitergeht. Wäre es da nicht perfekt den Rest des Podcasts weiterzulesen statt zu hören? Genau das ist es, was ein Transkript dem Hörer ermöglicht. Es ist die Mitschrift der Audiodatei. Aber es gibt noch viele weitere Vorteile, warum du deine Podcast-Episoden transkribieren solltest.

Was ist ein Transkript?

Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff überhaupt. Transkription als Mittel der Linguistik bezeichnet die Verschriftung von Gesprächen. Das Gesprochene wird dabei in Text umgewandelt. Der fertige oder auch transkribierte Text wird als Transkript bezeichnet.

Die Transkription muss allerdings bestimmten Regeln unterliegen, je nachdem für welchen Zweck das Transkript benötigt wird. Vor allem im Journalismus werden Aufnahmen von beispielsweise Interviews im Nachhinein transkribiert um sie für die Zeitung oder Magazine verfügbar zu machen. Dabei besteht die besondere Herausforderung darin, Phänomene der Mündlichkeit wie Unterbrechungen, Versprecher und Betonung schriftlich zu berücksichtigen. Das Transkript gibt somit einen genauen Überblick über die im Gespräch behandelten Themen.

Die Anforderungen an ein Transkript müssen zwingend vorher geklärt werden, um sowohl Lesbarkeit und auch Themenrelevanz zu gewährleisten. Eine 1:1 Übersetzung ins Schriftliche ist für den künftigen Leser oft schwierig zu verstehen, daher müssen die Texte professionell bearbeitet, korrigiert und an das jeweilige Leseformat angepasst werden.

Beispiele für Transkriptionen:

  • Ansprachen
  • Interviews
  • Gerichtsverhandlungen
  • Kommentare
  • Podcasts
  • Hörbücher

Wozu dient das Transkribieren von Podcasts?

Für Podcaster hat das Transkribieren, wie bereits anfangs erwähnt, sehr viele Vorteile. Wer seinen Podcast nicht transkribiert, verpasst ganz generell gesagt die Chance, seine Inhalte einer größeren Hörer- oder in diesem Fall Leserschaft anzubieten. Das Transkribieren der einzelnen Folgen kann sich also sehr positiv auf die Reichweite des Podcasts auswirken.

Weitere Vorteile eines Podcast-Transkripts:

Ansprechen einer größeren Zielgruppe

  • Menschen, die schlecht hören oder vielleicht sogar taub sind,
  • Leute, die besser visuelle Inhalte aufnehmen können oder einfach lieber lesen,
  • aber auch Personen, die der Aufnahme nur schwierig folgen können, da sie beispielsweise nicht in ihrer Muttersprache ist:

Sie alle können mit einem Transkript erreicht werden.

Verbessertes SEO: Reine Audiodateien werden auf Google nicht gelistet. Ein Transkript macht die Podcast-Folgen erst sichtbar in den Suchmaschinen. Die Episode wird leichter gefunden, wenn die entsprechenden Keywords im Transkript enthalten sind. Ist der Inhalt gut, werden die Leser bleiben und auch auf andere Inhalte der Seite aufmerksam.

Einfache Unterbringung von Links: Affiliate- oder Partnerlinks, aber auch Links zu anderen Episoden oder Produkten können einfacher in einem Transkript eingebaut werden, um so die Besucher gezielt weiterzuleiten

Bessere Möglichkeit des Teilens: Vor allem inspirierende Zitate oder Passagen können in einem Transkript leichter erkannt und so in sozialen Netzwerken geteilt werden. Auch für den Podcaster selbst ist ein Transkript eine hervorragende Möglichkeit, seine eigenen Texte besser zu nutzen.

Vereinfachte Automatisierung der Texte: Podcast-Folgen können durch die Transkription auf weiteren Plattformen zur Verfügung gestellt werden, zum Beispiel kann eine Podcast-Folge gleichzeitig als Blogbeitrag und Facebook-Beitrag gepostet werden.

Fazit: Das Transkribieren des Podcasts ist für dich also eine zusätzliche Möglichkeit, mehr Leute zu erreichen und von den gelieferten Inhalten zu überzeugen. Aber auch die Verbindung zu deiner Zielgruppe wird gestärkt, indem du nicht nur selektiv auditive Lerntypen (Lernen durch Hören) ansprichst, sondern auch visuelle Typen (Lernen durch Sehen/Lesen) mit einbeziehst.

Ein Transkript kann zudem eine Zusammenfassung der Episode sein. Auch das kann schon enorme Vorteile für die Reichweite sowie SEO-Aspekte haben.

Podcast Transkription – wie wird der Text erstellt?

Solltest du dich nun für eine Transkription entscheiden, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, diese umzusetzen. Der Text dafür kann sowohl von Menschen selbst abgetippt werden, aber auch durch bestimmte Software bereitgestellt werden. Am üblichsten ist jedoch die Mischform: Das Grundgerüst wird von einer Software erstellt und ein Mensch korrigiert es anschließend. Ob du das selbst machst, einen Freelancer beauftragst oder eine spezialisierte Agentur bleibt hier natürlich dir überlassen.

Transkriptions-Software

Trotz voranschreitender Digitalisierung ist Software alleine noch nicht die Lösung, da die Programme oft noch nicht gut genug sind. Die abgelieferten Transkripte können Fehler oder Lücken enthalten, wenn Worte nicht verstanden wurden. Natürlich spielt hier auch die Sprache, besonders Dialekte und Akzente, eine Rolle. Dennoch ist das erforderliche Copyediting im Anschluss weniger zeitaufwändig, als das gesamte Transkript selbst abzutippen. Folgende Programme sind auf Spracherkennung spezialisiert und erstellen so dein Transkript automatisiert. Außerdem bieten die meisten auch gratis Test-Phasen an.

  • Dragon Professional: Das beste, um deine Effizienz zu steigern. Du kannst nicht nur Transkripte erstellen, sondern Mails schreiben, Brainstormen und sogar Excel Sheets erstellen, alles mit deiner Stimme.
  • Scribemanager: Englische Transkription-Workflow-Software für die Zusammenarbeit mit Kunden über die Cloud. Du kannst jedoch auch nur die Spracherkennung testen.
  • Auphonic: Software zur generellen Qualitätsverbesserung deiner Audiodateien, Spracherkennung und Transkription gibt es on top dazu.

Tipp zum Einstieg: Lade deinen Podcast bei Youtube hoch und liste die Episode als „privat“ oder „unlisted“. Auf diese Weise findet niemand deine Folgen, Youtube fügt dennoch automatisch Untertitel hinzu, die du als transkribierte Version downloaden kannst. Auch wenn die Qualität teilweise sehr schlecht ist, so ist dies eine sehr einfache und schnelle Art, dein erstes Transkript zu erstellen.

Transkriptions-Dienstleister

Wer etwas mehr Geld investieren möchte, sollte Transkripte von menschlicher Hand bevorzugen. Meist nutzen sowohl professionelle Dienstleister als auch Freelancer ebenfalls Software für die Transkription. Dein Vorteil ist jedoch ganz klar, dass du die Software nicht selbst kaufen und dich nicht einarbeiten musst. Außerdem schauen sie danach noch einmal genau hin und passen die Texte sinnvoll an. Viele Dienstleister bieten daher die Kombination aus Software und der manuellen Nachbearbeitung an. Generell kannst du dich entscheiden, ob du lieber mit professionellen Transkript-Agenturen oder Freelancern zusammenarbeiten möchtest.

Agenturen

Spezielle Transkriptions-Agenturen haben in der Regel mehrere Mitarbeiter mit Erfahrung und effiziente Prozesse. Daher sind sie auch in der Lage, relativ schnelle Bearbeitungen anzubieten. Häufig kannst du gegen einen Aufpreis sogar Expresslieferungen innerhalb weniger Stunden beauftragen.

Dienstleister für professionelle Transkription sind zum Beispiel:

Freelancer

Falls du mit Freelancern zusammenarbeiten möchtest, kannst du je nach Erfahrung sehr günstige Vereinbarungen treffen. Hierbei sind jedoch klare Absprachen enorm wichtig, da Missverständnisse leicht geschehen können. Einen großen Pool an Freelancern findest du auf Plattformen wie Upwork und Fiverr.

Tipp: Es soll auch schon vorgekommen sein, dass ambitionierte Fans eines Podcasts das Transkribieren gratis übernommen haben. Vielleicht findest du ja einen solchen Fan auch unter deinen Hörern.

Dienstleistung vs. selbst transkribieren – Was ist besser?

Wie bereits erwähnt nutzen Dienstleister häufig die aktuellste Software, haben mehrere Mitarbeiter und Erfahrung, weshalb sie für die Erstellung zwei bis fünfmal weniger Zeit benötigen als ein Neuling auf dem Gebiet. Aber dies lassen sie sich natürlich bezahlen. Die Frage ist also eigentlich nur: Möchtest du lieber Geld oder Zeit investieren?

Do it yourself: Wenn du deine Transkripte selbst anfertigen möchtest, musst du nicht nur extrem aufmerksam zuhören und parallel tippen können. Du solltest dir auch Wissen und eine Routine für die einzelnen Zwischenschritte aneignen. Solche Schritte könnten sein:

  1. Audio- oder Videodatei anhören
  2. Mittels geeigneter Software Transkription abtippen
  3. Unterstützende Hardware nutzen (z.B. USB Fußschalter zum Abspielen und Pausieren der Audiodateien)
  4. Fertige Texte anpassen (Ausdruck, Pausen, Rechtschreibung etc.)
  5. Einfügen von Links und Verweisen
  6. Setzen von Zeitstempeln
  7. Implementierung in Shownotes und/oder Blogbeitrag

Die spezielle Software hilft dir dabei, dein Transkript selbst zu erstellen, während du die jeweilige Audiospur anhörst. Automatische Zeitstempel und Namenswechsel sowie einfaches Verlangsamen und Rückspulen helfen dir optimal dabei. Die folgenden Programme bieten eine kostenlose Testversion an, mit der du einfach erste Erfahrungen sammeln kannst:

  • f4transkript: Deutsche Software für Windows, Linux und Mac. Zudem befindet sich die automatische Spracherkennung in der Entwicklung.
  • FTW Transcriber: Englisches Programm für Windows sowie Android Smartphones und Tablets

Fazit: Auch wenn dich Programme bei der Erstellung unterstützen, lohnt sich meistens der Schritt in die Automatisierung, um Zeit und Nerven zu sparen. Im Endeffekt kannst du dich dann auf die wichtigeren Dinge wie die Erstellung der Inhalte und das Marketing konzentrieren, welche nicht so einfach ausgelagert werden können. Dieses Fazit gilt vor allem auch, da dich die automatisierte oder ausgelagerte Transkript-Erstellung nicht allzu viel kostet.

Kosten beim Erstellen eines Transkriptes

Die fortlaufende Erstellung von Transkripten für deine einzelnen Podcast-Episoden kann schnell kostenintensiv werden, sofern sie nicht effizient erfolgt. Daher solltest du dir genau überlegen, wen du damit beauftragst. Hierbei macht eine langfristige Zusammenarbeite definitiv Sinn. Dadurch lernt man sich besser kennen und kann auf die jeweiligen Arbeitsabläufe des anderen besser eingehen. Außerdem bieten Dienstleister und Freelancer wesentlich günstigere Preise bei längeren Kooperationen an.

Dabei wird in der Regel pro Audiominute abgerechnet. Bei langfristiger Zusammenarbeit können auch Episoden-Preise oder andere Paketpreise vereinbart werden. Der übliche Preis liegt bei ca. 1,00 € pro Audiominute. Dieser Preis kann sich natürlich erhöhen, wenn du weitere Leistungen hinzu buchst:

  • Spezielle Auflagen des Transkripts müssen erfüllt werden (Setzen von Links, Recherchearbeiten oder SEO-Optimierung)
  • Expresslieferung mit Zeitangabe (24 Stunden Service, Feiertags-Bearbeitung)
  • Schwerverständliche Aufnahmen (Dialekt oder schlechte Qualität)
  • Übersetzungen
  • Wissenschaftliche Texte (z.B. Gerichtsverhandlungen)

Wenn du Software benutzt, kannst du häufig bis zu 50% des Preises pro Audiominute einsparen und liegst dann also bei ca. 0,50 € pro Audiominute. Jedoch kommt hierbei wie bereits beschrieben noch der zusätzliche Zeit- bzw. Kostenaufwand für die manuelle Überarbeitung hinzu.

Zusammenfassungen – Alternative zum Transkript

Anstatt vollumfängliche Transkriptionen zu erstellen, können auch nur Auszüge oder Zusammenfassungen erstellt werden. Der Vorteil liegt bei beiden Varianten auf der Hand: Die Erstellung ist nicht so zeit- und kostenaufwändig wie bei Transkripten. Dennoch kannst du deinen Hörern einen weiteren Mehrwert bieten und von den oben erwähnten Vorteilen profitieren, die Text gegenüber Audio besitzt.

Zusammenfassungen sind dabei genau das, was der Name schon vermuten lässt. In einem kurzen Text wird auf den Punkt gebracht, worum es in der Folge geht und welche wesentlichen Aspekte behandelt werden.

Mit Auszügen setzt du zeitliche Sprungmarken und beschreibst jeweils, was an dieser Stelle besprochen wird. Das hat für deinen Hörer nicht nur den Vorteil, dass er schnell einen Überblick über die Gesamt-Folge erhält. Gleichzeitig kann er mit einem Klick direkt zu den einzelnen Passagen springen.

Beide Varianten kannst du natürlich wieder selbst erstellen oder dir über eine Podcast-Service-Agentur bzw. einen Freelancer erstellen lassen.

Beispiel eines Podcast Transkriptes

Im Gegensatz zu amerikanischen Podcasts, setzen im deutschsprachigen Raum nur sehr wenige auf die Transkription ihrer Episoden. Daher lohnt es sich für dich noch mehr, damit bereits heute zu beginnen. So kannst du nicht nur von den genannten Vorteilen profitieren, sondern dich gleichzeitig noch von der Masse und deiner Konkurrenz abheben.
Im Folgenden findest du den Anfang eines Podcast-Interviews als Beispiel für ein Transkript. Hierbei handelt es sich um den Selbstmanagement Podcast von Thomas Mangold, der seine Podcasts professionell transkribieren lässt.

Hallo und ein herzliches Willkommen zur 255. Podcastfolge. Mein Name ist Thomas Mangold, und ich freue mich, dass du mir wie immer dein Ohr leihst. Heute bin ich mal wieder nicht allein, denn es gibt ein Interview, und zwar mit Timo Eckhardt vom Digitalen Nomaden Podcast. Und was könnte ich jemanden fragen, der ein Digitaler Nomade ist oder der diesen Lifestyle oft pflegt? Wir plaudern natürlich über das große Thema „Reisen“. Vielleicht bist du selbst kein Digitaler Nomade, der ortsunabhängig arbeiten kann, sondern du arbeitest nur gelegentlich auf Reisen? Auch dann bist du in diesem Interview genau richtig. #00:01:02-2#

Timo hat einige spannende Tipps für Bücher, Tools und Apps, und er beschreibt, wie man auf Reisen produktiv sein und gut arbeiten kann. Es ist ein spannendes Gespräch, das ich mit Timo geführt habe. Alle, die auf Reisen produktiv sein wollen, sind in diesem Interview genau richtig. Und alle, die das Ziel haben, irgendwann ortsunabhängig zu arbeiten, sollten sowieso ganz genau zuhören. Jetzt aber genug der einleitenden Worte. Ich übergebe das Wort an Timo, und wir starten jetzt mit dem Interview. #00:01:42-1#

Thomas: Hallo Timo, vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast. Ich habe dich im Intro schon ein wenig vorgestellt. Aber niemand kennt dich besser als du selbst, und deshalb sei so lieb und stell dich meinen Hörerinnen und Hörern vor. Wer bist du, und was machst du? #00:01:55-5#

Timo: Ich bin Timo und freue mich, dass ich bei dir zu Gast sein darf. Vielen Dank. Ich mache den Digitale Nomaden Podcast. Ganz klischeehaft beschrieben sind Digitale Nomaden Menschen, die in Bali am Strand liegen und aus der Hängematte heraus mit dem Laptop arbeiten. Dieses Klischee nutzen wir marketingtechnisch gerne, aber mit unseren Interviewpartnern beleuchten wir den Lifestyle an sich. Ist er wirklich so schön oder gibt es vielleicht auch Nachteile? Und wie kann man sich ein freies und selbstbestimmtes Leben mit seinen eigenen Standards aufbauen? Darüber sprechen Sascha und ich. Sascha und ich moderieren den Podcast, und wir haben das Projekt gemeinsam gegründet. Der Podcast ist innerhalb kürzester Zeit durch die Decke gegangen, und wir wurden sogar für den „Podcast des Jahres“ nominiert. Der Lifestyle, dass man von überall arbeiten kann, ist im Kommen.  #00:02:59-4

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