Alexa, Google Home & Co – Podcasts hören ĂĽber Smart Speaker

Bequem in der Badewanne liegen und per Sprachbefehl den Lieblingspodcast starten. Kein Handy, das ins Wasser zu fallen droht, kein lästiges Aufstehen oder Drücken von Tasten. Das Hören von Podcasts über Smart Speaker ist ein großer Zuwachs an Komfort im Alltag. Aber auch neue Vermarktungsmöglichkeiten ergeben sich durch das Einbinden von intelligenten Lautsprechern.

Dieser Artikel zeigt dir, wie du mit den gängigen Smart Speakern deine Lieblings-Podcasts hören kannst. Zusätzlich erhältst du als Podcaster Tipps, wie du die neue Technik am besten für deinen eigenen Podcast nutzt.

Was sind Smart Speaker?

„Smart Speaker sind Lautsprecher, die mit Mikrofonen in den Raum hineinlauschen, auf Zuruf anspringen und Sprachkommandos ausführen.“ Dieser Definition von T-Online.de ist nicht viel hinzuzufügen.

2014 wurde der erste Smart Speaker auf dem US-Markt vorgestellt. Dabei handelte es sich um den ‚Echo’ von Amazon. Seit Ende 2016 ist das Gerät auch außerhalb von Nordamerika erhältlich. Google zog nach und brachte 2016 seine ‚Home’-Geräte auf den Markt. Mittlerweile gibt es zahlreiche weitere Anbieter, wie Apple, Alibaba oder Samsung.

Dabei sind der Anbieter der Sprachsteuerungssoftware und der Gerätehersteller nicht immer identisch. Die Geräte der amerikanischen Firma Sonos haben bspw. Alexa verbaut, die Software von Amazon. Harman/Kardon setzen auf Microsoft-Cortana als Sprachsteuerung.

Die Mehrzahl der Smart Speaker-Hersteller kommt aus den USA und Asien, wobei auch Yandex aus Russland auf den Markt drängt. In Deutschland hat es bisher nur die Deutsche Telekom geschafft, einen eigenen Speaker herauszubringen.

Smart Speaker sind so konzipiert, dass sie auf bestimmtes Kommando oder Schlüsselwort ihres Nutzers warten, bis sie aktiv werden. Dazu werden alle Geräusche und Gespräche in der Reichweite des Speakers zunächst aufgenommen und analysiert. Ertönt das vorher festgelegte Signal, schaltet sich der Speaker aus dem Bereitschafts- in den Aktivmodus und interagiert mit dem Sprechenden.

Die Interaktion ist dabei vielfältig. Die einfachste Grundfunktion aller Smart Speaker ist das Abspielen von Musik. Dazu greift der Lautsprecher entweder auf die Dateien des lokalen Netzwerks zu, bspw. aus einem gekoppelten Handy. Oder der Speaker verbindet sich mit einem vorher festgelegten Streamingdienst und spielt die favorisierte Musik ab. Selbiges gilt natürlich auch für Nachrichten oder Podcasts.

Die meisten Smartspeaker lassen sich zudem ĂĽber WLAN oder Bluetooth mit Smart Home-Funktionen koppeln. So werden die Helligkeit der Lampen, die Rollladen und der KĂĽhlschrank per Sprachbefehl gesteuert.

Damit übernimmt der Smart Speaker in den eigenen vier Wänden immer mehr Funktionen des Smartphones. Das zeigt sich auch im Nutzerverhalten, denn mit dem Vormarsch der Smart Speaker geht die Smartphone-Nutzung zurück, fand eine neue Studie heraus. Es ist einfacher, einen Befehl in den Raum zu rufen als jedes Mal das Handy zur Hand zu nehmen, um dieselbe Funktion auszuführen. Vor allem dann, wenn du dein Handy erst suchen musst. Dabei kann übrigens auch der Smart Speaker helfen. Es reicht ein einfacher Befehl und der Lautsprecher lässt das Handy klingeln – wenn diese Funktion vorher eingerichtet wurde.

Warum Podcasts mit Smart Speakern hören?

Eine neue Media-Analyse hat herausgefunden, dass derzeit ein Boom im Online-Audio-Markt stattfindet, der auch durch die vermehrte Nutzung von Geräten mit Sprachsteuerung bedingt ist – Smart Speaker inkludiert. So steigt die Nutzung von Content in Audioformaten deutlich an.

Das liegt vor allem daran, dass das Hören von Podcasts durch die Nutzung von Smart Speakern deutlich vereinfacht wird.

„Alexa, spiel Gedankentanken“ – und schon spricht Tobias Beck oder Dieter Lange zu dir. Durch Sprachsteuerung wird es deutlich einfacher, Podcasts zu starten, zu stoppen und zwischen den einzelnen Episoden zu navigieren. Das funktioniert auch beim Kochen, wenn du beide Hände im Pizzateig hast. Wer einmal während des Kochens versucht hat, die aktuelle Folge am Smartphone zu pausieren, kennt diese Probleme.

Podcasts hören mit Alexa und Amazon Echo

Da steht es, dein neues Amazon Echo Gerät. Die vorinstallierte Spracherkennungssoftware Alexa wartet nur auf deinen Sprachbefehl. Doch wie kommt dein Lieblings-Podcast jetzt auf dein neues Device?

Amazon bietet dafĂĽr verschiedene Möglichkeiten an. Der einfachste Weg ist, den vorinstallierten Streamingdienst Tuneln zu nutzen. Tuneln greift auf unzählige Podcasts zu und streamt diese direkt ĂĽber das Echo-Gerät. Da Tuneln im Echo vorinstalliert ist, reicht der einfache Befehl „Alexa, spiele den (…) Podcast.“ Eine zusätzliche Aktivierung oder Anmeldung ist nicht notwendig, was ein Pluspunkt der App ist.

Tuneln ist aber vor allem beim Ausführen der Sprachbefehle noch nicht an seiner Leistungsgrenze angekommen. Oder anders gesagt: Die App versteht noch nicht alle Anweisungen. Wenn dir das andauernde Wiederholen der Befehle auf Dauer zu anstrengend ist, solltest du dir die App „AnyPod“ ansehen. Sie kann problemlos direkt auf Amazon Echo geladen werden. Auch sie greift auf die üblichen Podcast-Datenbanken zu und eröffnet dir so eine Vielzahl an Hör-Möglichkeiten. Dabei ist die Bedienung aber ausgereifter als bei dem vorinstallierten Tuneln.

Selbstverständlich kannst du über Amazon Echo auch auf Amazon Prime Music zurückgreifen. Für das Abspielen von Musik ist das eine gute Alternative, das Angebot an Podcasts ist hier allerdings beschränkt.

Alternativ kann das Amazon Echo auch mit einem Computer, Smartphone oder Tablet gekoppelt werden und spielt die Podcasts dann über die auf dem jeweiligen Gerät installierten Podcast-Player ab. So degradierst du den Smart Speaker aber zum einfachen Lautsprecher.

Den Umweg über das Smartphone kannst du dir als Nutzer von Spotify sparen – so lange du Premium-Abonnent bist. In der Alexa-App kannst du unter „Einstellungen / Konten“  und „Musik und Medien“ die diversen Musik-Dienste auswählen. Dort loggst du dich dann auf deinem Spotify-Account ein und schon steht dir die ganze Welt des Streamingdienstes offen. Du kannst Spotify dort auch als deinen Standard-Dienst festlegen. Das spart dir den Zusatzbefehl „von Spotify“ beim Starten der Musik. Statt „Alexa, starte Playlist Atmosphäre von Spotify im Badezimmer“, heißt es dann nur noch „Alexa, starte Playlist Atmosphäre im Badezimmer“.

Auch die Amazon-Apps Kindle und Audible kannst du mit dem Echo abspielen. Wie schon Amazon Prime Music sind sie auf dem Echo vorinstalliert und können direkt gestartet werden. Über beide Anwendungen kannst du deine Podcasts hören, ebenso wie Hörbücher und Hörspiele.

My Pod Alexa Skill – so funktioniert’s

Der Amazon Echo kommt von Werk aus mit vielen wertvollen Funktionen zu dir. Wem diese nicht ausreichen, der kann zusätzlich Alexa Skills installieren. Diese kannst du dir wie die Apps auf deinem Handy vorstellen. Sie erweitern die Funktionen von Alexa um den Inhalt des jeweiligen Skills.

Dabei gibt es Skills für den Alltag wie die „Tagesschau in 100 Sekunden“ oder „Sportschau in 100 Sekunden“, aber auch Entertainment wie der „Bond Filme Skill“, bei dem du dein Wissen rund um den Geheimagenten testen kannst.

Auch fĂĽr Podcasts gibt es einen passenden Skill: My Pod.

Dieser Skill kann allerdings mehr als nur Podcasts abspielen. Du kannst ihn auch mit einem RSS-Feed füttern und er liest dir dann die neuesten Einträge oder Blogartikel der entsprechenden Seite vor. Beispielsweise den aktuellen Eintrag deines favorisierten Fitnessblogs, wenn du gerade dein Workout machst. Oder ein neues Rezept, während du in der Küche stehst. Du kannst dir aber auch eigene Texte oder Musik abspielen lassen, wenn du den Skill entsprechend konfigurierst.

Um My Pod zu nutzen, musst du zunächst den Skill herunterladen. Anschließend gehst du auf mypodapp.com und erstellst deine Playlists. Diese können aus RSS-Feeds oder einem Link bestehen.

Falls du auf deine eigenen Dateien zugreifen möchtest (vielleicht hast du ja gerade eine tolle Geschichte geschrieben), musst du diese zunächst in Google Drive speichern. Dann klickst du auf die Datei und rufst den Link zum Freigeben ab. Diesen hinterlegst du wie einen RSS-Feed in deiner Playlist und schon kann My Pod darauf zugreifen.

Podcasts hören mit Google Home und Google Assistant

Der Smart Speaker von Google Home ist seit gut zwei Jahren auf dem Markt und damit deutlich jünger als der Echo von Amazon. Im Kern verfügt er über vergleichbare Fähigkeiten, wenn es auch Unterschiede bei der Verfügbarkeit und den Funktionen einzelner Anwendungen gibt.

Selbstverständlich könnt ihr den Google Home einfach als Lautsprecher nutzen und eure Podcast-App auf dem Smartphone darüber laufen lassen. Das würde den Smartspeaker aber geradezu unterfordern.

Google Home ist mit dem Google Assistant ausgestattet. Diesen erreicht ihr wie gewohnt mit dem Sprachbefehl „Okay Google“ oder „Hey Google“. Und dann geht es auch schon los: „Okay Google, spiele Madame Moneypenny Podcast“; schon hörst du die neuesten Folgen.

Besonders angenehm ist die Synchronisation durch Google Assistant. Er sorgt dafür, dass deine aktuelle Folge auf all deinen Geräten gleich gespeichert wird. Du kannst die Wiedergabe in der Küche also stoppen und dann an derselben Stelle im Auto über dein Smartphone weiterhören.

Dasselbe funktioniert auch mit Hörbüchern, die – in mehreren Episoden vorgelesen – technisch gesehen auch Podcasts sind. Im Google Play Store findest du eine Vielzahl von Büchern und Hörbüchern. Die Bandbreite reicht dabei von Romance Fantasy bis Horror. Nachdem du ein Hörbuch gekauft hast, ist es in deinem Google Account verfügbar und damit auch für den Google Assistant.

Einziges Manko: Das Abspielen von Hörbüchern über Google Home funktioniert bisher nur mit englischen Sprachbefehlen. Keine Sorge, das Buch wird trotzdem auf Deutsch gelesen.

Hier findest du eine Auswahl an englischen Sprachbefehlen:

  • Hörbuch starten: “Ok Google, read Das verlorene Symbol.
  • Wiedergabe pausieren: “Ok Google, stop / pause”.
  • Wiedergabe fortsetzen: “Ok Google, resume”.
  • Nächstes Kapital abspielen: “Ok Google, next chapter”.
  • Vorheriges Kapital abspielen: “Ok Google, previous chapter”.

Google Podcasts – Neue App fĂĽr Android

Mitte 2018 hat Google eine neue App für das Abspielen von Podcasts veröffentlicht. Sie trägt den innovativen Namen Google Podcast App. Mit dieser App vereinfacht Google das Hören und Sortieren von Podcasts für dich als Hörer. Selbstverständlich ist der Google Assistant in der Google Podcast App schon integriert.

Nach dem Laden der App kannst du dich entweder durch die Vorschläge scrollen, oder du suchst direkt nach deinem favorisierten Podcast. Diesen kannst du dann abonnieren oder gleich abspielen. Wenn dein Google Home in der Nähe ist, funktioniert das Abspielen natürlich auch über den Smart Speaker, der Google Assistant macht es möglich.

Die Befehle fĂĽr den Google Assistant sind denkbar einfach gehalten:

  • Podcast starten: „Ok Google, spiele Der Anhalter“ oder „Hey Google, spiele ChaosQueen“
  • Podcast stoppen: „Hey Google, Stopp!”
  • Nächste Folge: „Hey Google, spiele nächste Folge“
  • Vorherige Folge: „Ok Google, spiele vorherige Folge ab“
  • Podcast-Pause: „Ok Google, Pause“

Der HomePod – So hilft Siri beim Abspielen von Podcasts auf Apples Smart Speaker

Apples HomePod arbeitet mit Siri, Apples eigenem Sprachassistenten. Seit Mitte 2018 ist der Smart Speaker auch in Deutschland erhältlich. Der HomePod greift auf die Apple-eigene Podcast-App zu und bedient sich damit in der iTunes-Bibliothek, der größten Ansammlung von Podcasts in Deutschland.

Um deine Lieblings-Podcasts ĂĽber den HomePod zu spielen, kannst du zwei Wege gehen.

Der erste führt über dein iPhone und das AirPlay 2, Apples hauseigenes Verbindungsprotokoll. Wenn du deine Podcastfolge auswählst, findest du unten in der Mitte ein Dreieck mit drei Kreisen. Dies ist das Symbol für AirPlay. Dort kannst du die verfügbaren Geräte koppeln. Aktuell sind dies nur Apple-Geräte und Lautsprecher der Marke Sonos. Jetzt spielt dein iPhone den Podcast über den HomePod als externen Lautsprecher ab.

Der HomePod wäre aber kein Smart Speaker, wenn er nicht auch direkte Befehle ausführen könnte. Der zweite Abspielweg ist daher der direkte Sprachbefehl an den HomePod. Der Lautsprecher greift dann ebenfalls auf Apples Podcast-Katalog zu und spielt die gewünschten Folgen. Einige der dazu notwendigen Befehle lauten:

  • „Hey Siri, spiel den I love Mondays-Podcast.“
  • „Hey Siri, spiel die neueste Folge von myMONK.“
  • „Hey Siri, spiel die erste Folge von Beste Freundinnen.“
  • „Hey Siri, abonniere diesen Podcast.“
  • „Hey Siri, abonniere 1LIVE Krimi.“
  • „Hey Siri, Pause.“
  • „Hey Siri, spring 10 Sekunden zurĂĽck.“

Podcasts & Smart Speaker – Tipps fĂĽr Podcaster

Ist der Smart Speaker nur die nächste Technik-Sau, die durch das (digitale) Dorf getrieben wird?

Wie so häufig bei technischen Neuerungen, wird es erst die Zeit zeigen, ob es sich hierbei um einen kurzweiligen Trend oder eine nachhaltige Neuerung handelt. Auf jeden Fall sollten Podcaster Smart Speaker im Auge behalten, denn sie halten einige Chancen bereit.

Der erste ist die einfache VerfĂĽgbarkeit. Podcasts sind durch einen einfachen Sprachbefehl abrufbar und damit leichter zu konsumieren. Hier gilt der Tipp fĂĽr alle Podcaster: Sucht euch einen einfachen Titel fĂĽr euren Podcast.

Die Möglichkeit der Sprachsteuerung gibt es erst seit knapp zehn Jahren. Das ist im technischen Bereich schon eine gefühlte Ewigkeit, trotzdem ist die Technik noch nicht ausgereift. Alexa, Google und auch Siri verstehen noch nicht alle Befehle so gut, wie es ihre Nutzer gerne hätten. Je einfacher dein Podcast auszusprechen ist, desto leichter versteht ihn auch der Sprachassistent und desto wahrscheinlicher wird er gefunden.

Der zweite Tipp dreht sich um die Interaktion mit dem Zuhörer. Aktuell ist es noch schwierig, aber in naher Zukunft wird es mit Sicherheit eine Funktion geben, direkt über den Smart Speaker auf den Podcast zu reagieren. Das kann als gesprochener Kommentar, als Bewertung, oder als persönliche Mail geschehen. Mit einem Call-to-Action kannst du deine Zuhörer dann zu einer solchen Reaktion auffordern und sie noch stärker mit einbinden.

Der dritte Tipp behandelt das Geld verdienen, denn auch im Werbebereich wird die Einbindung von Smart Speakern interessant. Eine Umfrage unter 11.123 Podcast-Hörern fand heraus, dass sich 80% von ihnen an mindestens eine Marke erinnern konnten, die im Podcast beworben wurde. 51% würden nach dem Hören des Podcasts bevorzugt etwas von dieser Marke kaufen. In Kombination mit einem Smartspeaker verkürzt sich der anschließende Kaufprozess enorm, denn der Hörer muss nur noch sagen: „Alexa, kaufe die neue Uhr von XY.“ Das Klicken durch die Amazonwelt oder der Gang in den Laden entfallen so, der Hörer kann direkt von der Couch aus mit seiner Stimme das eben beworbene Produkt bestellen. Podcastern bietet das eine Möglichkeit, ihre Sendungen noch besser zu vermarkten.

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