Podcast Hosting – Tipps für erfolgreiches Podcasting

Die Zuhörer abonnieren deinen Podcast in 100.000er Stückzahlen, jede neue Folge hat sechsstellige Downloadzahlen. Du musst dich um nicht mehr kümmern, als die Folgen einzusprechen und bei deinem Hoster hochzuladen. 

Zugegeben ist diese Vorstellung nur bei den wenigsten Podcastern die Realität. Trotzdem enthält sie einen Funken Wahrheit: Mit dem richtigen Podcast Hoster kannst du dir viel Arbeit ersparen. Was ein Hoster überhaupt ist, wie du einen guten findest und ob es auch ohne geht, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist ein Podcast Hoster und wofür ist das Hosting notwendig?

Wenn du bisher Podcasts nur konsumiert hast und noch vor dem Start deines ersten eigenen Formates stehst, wirst du mit der Technik hinter dem Podcast wahrscheinlich nicht allzu viel Kontakt gehabt haben.

Als Zuhörer öffnest du deinen favorisierten Podcast-Player und lädst die aktuelle Folge deines Lieblingsformates herunter. Damit das ohne Probleme geschieht, hat der Ersteller des Podcasts im Hintergrund einige technische Arrangements getroffen.

Bei dem Wort „Technik“ gehen dir die Nackenhaare hoch? Keine Sorge.

Die gesamte Podcast-Industrie hat sich mittlerweile so weit entwickelt, dass auch absolute Laien ihre weisen Worte einfach und ohne Programmierkenntnisse verbreiten können.

Zunächst benötigst du einen RSS-Feed, in dem alle Informationen zu deinem Podcast gespeichert sind. Die Datei ist normiert und kann so von jeder beliebigen Plattform gelesen werden.

Du kannst den RSS-Feed auf verschiedenen Wegen erstellen. Für technisch Versierte bietet sich das Programmieren mit HTML an. Wenn deine Webseite auf WordPress basiert, kannst du auch ein Plugin wie Feedzy RSS Feeds nutzen, um die Datei zu erstellen. Oder aber du übergibst den gesamten Prozess an einen Podcast Hoster. Dort füllst du die entsprechenden Felder mit allen wichtigen Informationen wie Name des Podcasts, Name der Folge, Stichworten und Notizen aus. Der Hoster übernimmt dann das Programmieren für dich, bzw. hat dieses automatisiert.

Der RSS-Feed ist eine wichtige Sache, die dir dein Hoster abnehmen kann, eine andere ist aber noch wichtiger: Deine (Musik-)Dateien müssen irgendwo gespeichert sein. Dieser Ort kann nicht dein eigener Computer sein, weil deine Zuhörer ständig Zugriff darauf haben müssen. Das geht einfacher bei einem professionellen Anbieter. Am Speicherort sind die Dateien hinterlegt, so dass jede Plattform und jeder Abonnent immer darauf zugreifen kann.

Du benötigst einen Podcast Hoster also, um deine Dateien zu speichern, den RSS-Feed zu erstellen und über diesen deinen Podcast allen Interessenten zugänglich zu machen.

Nicht verwechseln – Der Podcast Host

Bitte verwechsele nicht den Podcast Hoster mit dem Podcast Host. Ersteres ist eine technische Hilfe für dich, zweiteres bist du selber.

Der Host ist der Speaker, Gastgeber, Moderator eines Podcasts. Er ist die Person, die durch die Sendung führt. In den meisten Fällen ist das dieselbe Person, die sich den Podcast auch ausgedacht hat. Nur bei großen Podcasts gehören mehrere Personen zum Team, von denen dann einer für die Ideen, ein anderer für die Umsetzung und ein dritter für die Moderation zuständig ist.

Bekannte Podcasts Hosts sind zum Beispiel Tobias Beck vom Bewohnerfrei Podcast, Laura Malina Seiler von Happy, holy, confident oder Babs Stegner von Immostories mit Babs.

Podcast Hosting free – Kostenlose Hoster

Häufig steht dir nur wenig Geld zur Verfügung, wenn du deinen Podcast gerade erst startest. Oder du möchtest nicht zu viel in ein Projekt investieren, von dem du nicht weißt, ob es rentabel sein wird. Generell sind die Kosten für Podcast Hosting gering – aber auch diesen Betrag kannst du bei einigen Anbietern noch umgehen.

So wie sich der gesamte Onlinebereich verändert, tut es auch der Podcastmarkt. Früher war es teuer, Speicherplatz online zur Verfügung zu stellen. Heute gibt es Gigabyte an Platz für wenige Cent.

So war es früher teuer, seine Videos online zu veröffentlichen. Heutzutage gibt es YouTube, Vimeo und Co., wo jeder seine Dateien kostenlos der ganzen Welt zur Verfügung und über zwei Mausklicks auch auf seiner eigenen Homepage bereitstellen kann.

Dasselbe gilt für Fotos. Wolltest du diese vor zehn Jahren online speichern, wurden hohe Gebühren fällig. Heute geht das kostenlos über die iCloud, Google Fotos oder vergleichbare, kostenlose Anbieter (den Datenschutz lassen wir an dieser Stelle ausnahmsweise mal außen vor).

Warum also solltest du noch für das Hosten deines Podcasts zahlen?

Die gestandenen Firmen im Podcast-Hosting stammen größtenteils aus einer Zeit, als Speicherplatz noch ein rares Gut und entsprechend teuer war. Obwohl die Kosten seitdem dramatisch gesunken sind, haben die Anbieter ihre Gebühren beibehalten oder sogar erhöht.

Natürlich bieten Hoster nicht nur den Speicherplatz an, sondern auch das technische Backend.

Dass das aber nicht mit Kosten verbunden sein muss, zeigt bspw. der Anbieter Anchor. Bei dieser Firma kannst du  direkt per App deinen Podcast aufnehmen und den Podcast veröffentlichen. Anchor übernimmt die gesamte Technik für dich. Dabei gibt es keinerlei Beschränkungen, das Hosten bleibt frei, egal wie viele Episoden du hochlädst. Geld verdient Anchor über angebahnte Werbekooperationen, zu denen du aber nicht verpflichtet bist.

Das Geschäftsmodell des „Allen den Zugang zum Podcast ermöglichen“ hat sich ausgezahlt. Jüngst kam die Meldung, dass Spotify Anchor übernehmen wird. Ob das kostenlose Modell dann bestehen bleibt und wie es generell mit der Marke an sich weitergeht, wird die Zukunft zeigen.

Ein anderer kostenloser Hoster ist PodBean. Die Amerikaner bieten ihr Basispaket kostenlos an. Dafür erhältst du fünf Stunden Speicherplatz und 100 GB Bandbreite monatlich. Das ist für ein kostenloses Angebot vergleichsweise viel.

Ein ebenfalls kostenloses Einsteigerpaket bietet buzzsprout. Wenn du das kostenlose Set buchst, werden deine Episoden für 90 Tage gehostet und du bist auf zwei Stunden Sendung pro Monat limitiert. So wird dein Podcast nie viele Episoden auf einmal aufweisen, da die alten regelmäßig gelöscht werden. Für einen Test zum Einstieg reicht es aber.

Der bekannteste Name unter den kostenlosen Hostern ist mit Sicherheit SoundCloud. Das Portal bietet Künstlern die Möglichkeit, ihre Musik hochzuladen, der Community vorzustellen und direktes Feedback zu erhalten. Dasselbe ist auch für Podcasts möglich. Dabei übernimmt SoundCloud neuerdings den gesamten technischen Ablauf für dich, inklusive des Erstellens des RSS-Feeds. Wenn du dich nicht auf SoundCloud als Plattform beschränken willst, kannst du mit diesen Informationen deinen Podcast auf jede beliebige Plattform hochladen.

Podcast Hosting – Mit welchen Kosten ist zu rechnen

So reizvoll die kostenlosen Angebote sind, sie werden nicht mehr ausreichen, wenn euer Podcast mal so richtig Fahrt aufnimmt. Deshalb findest du folgend eine Auflistung der kostenlosen Services, erweitert um ihre Preise, wenn du wirklich den vollen Umfang nutzen willst.

Bei PodBean geht der bezahlte Dienst mit neun Dollar pro Monat los. Das Paket heißt Unlimited Audio und du erhältst dort unbegrenzten Speicherplatz und Bandbreite. Die folgenden Abos Unlimited Plus (29 Dollar) und Business (99 Dollar) unterscheiden sich dann vor allem in den Möglichkeiten zur Monetarisierung und dem Verknüpfen mit anderen Accounts. Bei „Business“ erhältst du zudem Premium-Support und kannst mehrere Administratoren für deinen Podcast festlegen.

Die zwei Frei-Stunden pro Monat bei buzzsprout wirst du wahrscheinlich schnell voll haben. Danach stehen dir drei weitere Pakete zur Auswahl. Sie kosten 12, 18 oder 24 Dollar pro Monat und unterscheiden sich durch die Anzahl der hochladbaren Stunden. In allen Tarifen kannst du gegen eine Extragebühr zusätzliche Stunden erwerben. Die hochgeladenen Episoden bleiben für immer bestehen und werden nicht nach 90 Tagen gelöscht, wie im Gratis-Tarif.

Bei SoundCloud stehen dir gratis drei Stunden Upload zur Verfügung. Alternativ kannst du zwischen SoundCloud Pro für 5,25 Euro im Monat oder SoundCloud Pro Unlimited für 8,25 Euro wählen. Von Paket zu Paket ändern sich die Upload-Zeiten. Bei großen Podcasts ist vor allem die Funktion zur geplanten Veröffentlichung interessant, die nur im Pro Unlimited Paket enthalten ist.

Podcast Hosting mit Podigee und anderen Hostern

Du willst mit deinem Podcast voll durchstarten und benötigst keine kostenlosen Angebote? Neben den gerade vorgestellten Services, gibt es natürlich auch zahlreiche Hoster, bei denen du direkt in die Vollen gehen kannst.

Auch hier wirst du dich nicht in Unkosten stürzen, die meisten Anbieter haben faire Preise.

Die bekanntesten Hosting-Services im Vergleich

Je populärer Podcasts werden, desto mehr Hoster gibt es auch. Hier findest du eine Übersicht über die etabliertesten Anbieter am Markt.

Podigee

Das Berliner Unternehmen Podigee hat sich ganz auf Podcast Hosting konzentriert. Entsprechend hoch ist die Expertise des Unternehmens. Die angebotenen Funktionen füllen eine ganze Seite und bieten für jede Podcastgröße und –geschmack das passende Paket. Los geht es bei sechs Euro im Monat, das Spektrum endet bei 50 Euro. 14 Tage lang kannst du den Dienst kostenlos testen, bevor du dich entscheiden musst.

Podcaster.de

Für einen Euro im Monat kannst du bei dem Berliner Dienst deinen Podcast hosten. Die nächstgrößeren Pakete kosten dann 5, 10 oder 20 Euro im Monat. Alle Pakete bieten eine unbegrenzte Anzahl an Episoden, was bei einem Speicherplatz von 50 MB im kleinsten Paket aber nicht viele sein werden. Der Speicherplatz erhöht sich von Paket zu Paket, ebenso wie Statistik-Funktionen.

podHost

Der Dienst podHost hat denselben Betreiber wie auch Podcaster.de. Die Pakete sind allerdings anders gestaltet und bepreist. Bei podHost fängst du mit 1,50 Euro im Monat an und kannst auf 5 oder 10 Euro erweitern. Dafür erhältst du 75, 250 oder 750 MB Speicherplatz, jeweils bei unbegrenzter Bandbreite.

Audioboom

Audioboom ist in seiner Preisstruktur einfach gehalten. Du kannst das Basispaket für 9,99 Dollar pro Monat buchen. Das beinhaltet fünf Episoden pro Monat und bis zu 10.000 Aufrufe pro Monat. Wenn du mehr als diese Zahl erreichst, musst du dich direkt an Audioboom wenden, um weitere Preise zu erfahren.

Libsyn

Im englischsprachigen Raum führt kaum ein Weg an Libsyn vorbei. Für fünf Dollar kannst du hier 50 MB hochladen. In den Zahlungsschritten 15, 20, 40 und 75 Dollar geht die Upload-Möglichkeit auf bis zu 1,5 GB hoch. Im größten Paket sind zudem sehr umfangreiche Statistiken enthalten.

Weitere interessante Hoster sind:

  • Blubrry
  • Podomatic
  • Spreaker
  • SimpleCast
  • Pippa
  • Whooshka

Podcast Hosten auf Soundcloud und anderen Plattformen

Die gängigsten Plattformen für Podcasts sind iTunes, Google Play, Spotify, SoundCloud, Deezer und Stitcher.

Allerdings kannst du deinen Podcast aktuell nur bei einer Plattform direkt hosten: SoundCloud.

Da Spotify Anchor übernommen hat, ist zu erwarten, dass du in Zukunft auch hier deine Podcasts hosten kannst. Alle anderen Plattformen nutzen die schon erstellten RSS-Feeds und Dateien, die bei deinem Hoster liegen.

Podcasts veröffentlichen ohne Hosting

Streng genommen gibt es keine Veröffentlichung ohne Hosting, denn deine Dateien müssen irgendwo gespeichert sein. Du kannst deinen Podcast allerdings veröffentlichen, ohne einen externen Dienst dazu zu nutzen (deine Homepage zähle ich nicht als externen Dienst).

Dazu kannst du das kostenlose Plugin „PowerPress“ nutzen. Es wird von Bluberry betrieben, einem bekannten Podcast Hoster aus den USA. Direkt nach der Installation kannst du deine Episoden hochladen und auf iTunes und Google Play verbreiten. PowerPress hat sich dabei vor allem auf die Distribution zu iTunes spezialisiert.

Ein weiteres interessantes Plugin ist „Podlove Podcast Publisher“ von der Seite Podlove. Die aus Deutschland stammende Seite hat es sich zur Aufgabe gemacht, die technischen Aspekte des Podcasting zu vereinfachen und veröffentlicht dazu regelmäßig Beiträge und berichtet über Neuerungen. Mit dem eigenen Plugin setzen sie das Wissen jetzt auch praktisch für den Nutzer um. Nach der Installation kannst du deine Audio-Datei hochladen und über das Backend deiner Homepage den passenden RSS-Feed erstellen. So steht einer Weiterverbreitung auf allen gängigen Plattformen nichts mehr im Wege.

Brauchst du unbedingt einen Hoster, um deinen Podcast der Öffentlichkeit zugänglich zu machen?

Nein, nicht zwangsläufig. Über die genannten Plugins kannst du das auch selber lösen. Allerdings nimmt dir ein professioneller Dienst viel Arbeit ab und vereinfacht so das gesamte Prozedere. Dadurch hast du mehr Zeit, dich ganz auf die Inhalte konzentrieren. Und mit einem Euro Startpreis bei Podcaster.de sind auch die Kosten vertretbar.

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