Rode Procaster – Mikrofon Test

Beim Rode Procaster handelt es sich um ein dynamisches Großmembran Mikrofon für Broadcast-Anwendungen – das Frequenz-Spektrum liegt zwischen 75Hz und 18kHZ und fokussiert sich damit vor allem auf die menschliche Sprache. Es ist so gesehen ideal fürs Podcasten. Das Mikrofon wird direkt von vorne besprochen, dank Nieren-Charakteristik werden Geräusche von der Seite deutlich leiser wiedergegeben. Nimmt man das alles zusammen, ist das Rode Procaster Mikrofon prädestiniert für Aufnahmen in Umgebungen mit höherem Geräuschpegel.

Mein Arbeitszimmer stellt solch eine schwierige Umgebung dar. Hier arbeiten mehrere PCs, Drucker und ein Luftwäscher und sorgen für ein stetiges Rauschen und Brummen im Hintergrund. Als dynamisches Mikrofon ist das Procaster wesentlich unempfindlicher gegenüber solchen Störgeräuschen als zum Beispiel ein Kondensator Mikrofon wie das Rode NT-USB Mikrofon. Das ist letztendlich auch der Grund, warum ich das Rode Procaster favorisiere. Klanglich ist das Rode NT-USB gefühlt eine Nuance natürlicher, doch in meiner Aufnahmeumgebung ist es faktisch nicht zu gebrauchen. Selbst leisestes Stuhlknarren fand beim NT-USB seinen Weg in die Aufnahme.

Podcast Mikrofon Test 2019

Das Rode Procaster hat bei meinen Testaufnahmen voll überzeugt. Während in meinem Arbeitszimmer die Lüftergeräusche mit dem bloßen Ohr nicht zu überhören waren, war in der Aufnahme so gut wie nichts mehr davon zu vernehmen. Das funktionierte natürlich um so besser, je kürzer die Distanz war, in der das Mikrofon besprochen wurde. Anfänglich musste ich sehr nah ran ans Mikrofon, das Mikrofonsignal ist ziemlich leise und bedarf einer ordentlichen Verstärkung. Mein Interface, ein Zoom H4N Pro Handy-Recorder musste da schon schwer kämpfen, dank des Kaufs eines Triton Fethead (ein sehr rauscharmer Vorverstärker) waren dann Distanz und Lautstärke nicht länger ein Problem.

Das Mikrofon besitzt einen XLR Ausgang und liefert als dynamisches Mikrofon einen relativ niedrigen Signalpegel. Es bedarf in der Regel einer zusätzlichen Verstärkung – was zu höheren Kosten beim Equipment führt. Als sparsame Alternative bietet sich hier der kleine Bruder, das Rode Podcaster USB-Mikrofon an. Optisch fast identisch, auch von den inneren Werten recht ähnlich, aber dank USB direkt an PC/Laptop anschließbar und ohne Zusatzkosten zu nutzen.

Das Gewicht des Mikrofons liegt bei 745g, es ist damit ein echtes Schwergewicht. Das ebenfalls von mir getestete Mikrofon SAMSON Q2U bringt mit 320g nicht mal die Hälfte an Gewicht auf die Waage. Das Procaster liegt damit nicht nur schwer in der Hand, ein evtl. zum Einsatz kommender Mikrofon-Schwenkarm (oder kleines Stativ) kann darunter auch schon mal schwächeln. Das Rode Procaster Mikrofon umzieht ein Metallgehäuse, das wirkt schlicht und edel zugleich – und gegen elektrische Störsignale. Hinter einem Metallgitter ist die Mikrofonkapsel verbaut. Eine interne Aufhängung der Mikrofonkapsel sorgt für zusätzlichen Schutz beim Hantieren mit dem Mikrofon. Und ein Stück Schaumstoff zwischen Gitter und Kapsel soll vor Plosivlauten schützen. Im Folgenden ein Blick in das Innenleben des Procasters.

Der so verbaute Schaumstoff hilft in Grenzen gegen Zisch- und Plopp-Geräusche. Je nach Distanz, Sprechrichtung und Technik sollte man aber auch über einen externen Popschutz nachdenken.

Der Klang verändert sich bei wechselnder Distanz nicht sonderlich, die Lautstärken-Unterschiede über die verschiedenen Distanzen sind deutlich zu hören und von der Seite besprochen klingt das Mikrofon merklich leiser. So kommen weniger Störgeräusche in die Aufnahme. Unter diesem Aspekt gefällt mir das Procaster deutlich besser als das Rode Podcaster Mikrofon.

Übrigens bietet der Hersteller Rode für das Procaster Mikrofon eine kostenlose Garantie-Verlängerung an. Die normale Ein-Jahres-Garantie kann für online registrierte Mikrofone auf 10-Jahre ausgeweitet werden.

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